Zu viele Gedanken im Kopf? Mein Weg zur Meditation

Zu viele Gedanken im Kopf? Mein Weg zur Meditation

Ein Gastbeitrag von Jessi vom greenyogashop-Team

Einfach nur stillsitzen. Auf den Atem konzentrieren. An Nichts denken. Mit dieser Vorstellung konnte ich früher nichts anfangen. Was sollte es bringen, an Nichts zu denken? Und selbst wenn ich mich dazu durchgerungen hätte, es einfach mal zu probieren: In meinem Kopf schwirrten zu viele Gedanken herum. Wie sollte das also funktionieren, dieses „an Nichts denken“? Unmöglich! Und noch etwas: Meditation war für mich etwas Spirituelles (und für Spiritualität gab es in meiner Welt noch keinen Platz). Kurz gesagt: Wieso minutenlang stillsitzen, wenn ich in der Zeit so viele andere Dinge erledigen könnte.

Im Nachhinein ist mir klar: Meditation hätte mir damals mehr als gut getan. Mein Alltag war vollgepackt – Freundschaften pflegen, die Familie besuchen, Überstunden am Schreibtisch, abends noch unterwegs zum nächsten Training, etc. Ich wollte alle Termine unter einen Hut bringen und es im besten Fall auch noch jedem recht machen – auf Dauer hat mir das die Energie geraubt. Das schlimmste daran: Die Zeit für mich selbst blieb auf der Strecke. Ich hatte kaum eine freie Minute, um darüber nachzudenken, wie ich mich eigentlich fühle. Oder was ich mir für mein Leben wünsche.

Die erste Yogastunde und mein Savasana-Glücksmoment

Vor zwei Jahren ging ich wegen Kopf- und Rückenschmerzen zu meiner ersten Yogastunde. Ich wollte mehr für mich selbst tun. Die richtige Entscheidung, denn: Ich hatte schon nach wenigen Wochen regelmäßiger Praxis deutlich weniger Schmerzen. Aber mein persönliches Highlight war überraschenderweise etwas ganz anderes: Es kam jeweils am Ende der Yogapraxis – in der Schlussentspannung, Savasana (Sanskrit, Totenhaltung). Auch wenn es immer nur wenige Minuten waren, die ich da mit geschlossenen Augen auf meiner Matte lag, so war ich danach tiefenentspannt. Und glücklich.

Da war er also plötzlich: Dieser Moment des „an nichts denken“. Und ich wollte mehr davon! So landete ich schließlich doch bei der Meditation. Meine ersten Versuche startete ich spätabends – das erschien mir sinnvoll, weil ich dachte, danach entspannt einschlafen zu können. Ohne Erwartungen setzte ich mich also hin, schloss meine Augen und versuchte, in mich hineinzuhören. Aber ich war viel zu unruhig – kaum hatte ich einen bequemen Sitz eingenommen und meine Augen geschlossen, ging mein Gedankenchaos los: Statt mich auf meinen Atem zu konzentrieren, hatte ich meine To Do-Liste für den nächsten Tag vor Augen, ärgerte mich über Dinge, die an dem Tag nicht gut gelaufen waren und war häufig kurz davor, aufzuspringen, um noch etwas zu erledigen, damit ich es bloß nicht vergesse. Außerdem hatte ich den urplötzlichen Drang, mich zu bewegen.

Jessi-Meer

Was mir geholfen hat, das Gedankenchaos zu stoppen

Die ersten Versuche waren also frustrierend. Es wurde entschieden besser, als ich anfing, morgens direkt nach dem Aufstehen zu meditieren. Für mich persönlich ist es die beste Zeit, weil noch nicht so viele Gedanken in meinem Kopf kreisen und ich noch nicht die ganzen Eindrücke des Tages verarbeite.
Ich blieb also dran, startete mit nur wenigen Minuten und steigerte die Dauer langsam. Zudem probierte ich verschiedenste Techniken aus – von Meditationen, bei denen ich mich nur auf meinen Atem konzentrierte, über Dankbarkeitsmeditationen bis hin zu Meditationen zum inneren Kind.
Aber natürlich war es anfangs unglaublich schwer, nur meiner Ein- und Ausatmung zu folgen und nicht in umherkreisende Gedanken abzudriften. Deswegen fielen mir geführte Meditationen leichter, bei denen ich mich von der Stimme leiten lassen konnte und die mich zurückgeholt hat, wenn ich doch mit einem Gedanken mitgegangen bin.

Und heute? Durch die regelmäßige Praxis und Übung meditiere ich mittlerweile auch gerne ganz für mich allein – ohne eine Stimme, die mich anleitet. Aber auch das ist tagesformabhängig: Meistens fällt es mir leicht, aber es gibt auch Tage, an denen ich kaum stillsitzen kann. Ich habe gelernt, das zu akzeptieren. Ich bleibe dran, da mir das Meditieren unglaublich viele Vorteile bringt und das durch nur 10 bis 15 Minuten am Tag.

Ich bin dank meiner Meditations-Praxis viel ausgeglichener und gehe entspannter mit Alltagsproblemen um, die mich sonst schnell aus der Ruhe gebracht haben. Ich fühle mich außerdem seltener überfordert, wenn ich viele Aufgaben bewältigen muss, da ich gelernt habe, Abstand zu nehmen und meine Gedanken zu sammeln. So verfalle ich nicht gleich in Panik.
Zudem lerne ich immer mehr, auf meine Intuition zu hören. Ich weiß nun besser, was ich mag und was ich nicht mag, was ich im Leben erreichen möchte und was ich aus meinem Leben streichen will.

Wenn ich meditiere, bin ich an meinem inneren Rückzugsort und ich weiß die Zeit, die ich mit mir selbst verbringe, mittlerweile sehr zu schätzen. Was mir viel Druck nimmt: Ich habe keinen festen Plan und überlege morgens nach dem Aufstehen ganz spontan, welche Art von Meditation ich wähle.

Auch im Alltag versuche ich, immer wieder innezuhalten. Tief durchzuatmen. Im Hier und Jetzt zu sein. Das gelingt mir mal mehr und mal weniger gut und das ist auch vollkommen ok.


Jessi-Portrait

JESSI

Jessi kümmert sich bei greenyogashop um die Einkaufsplanung, behält die Prozesse rund um unseren Online-Shop im Blick und begleitet unsere Produkte von der Anlieferung bis zum Go Live. Das Team bereichert sie mit ihrer optimistischen Art. Neben Meditation begeistert Jessi sich für Reisen, die Natur, gutes Essen und Musik.

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