Energiequelle Atem: Transformative Atemtechnik

Energiequelle Atem: Transformative Atemtechnik 

Ein Interview mit Christine Schmid

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Christine Schmid

Atemtrainerin & Coach und Künstlerin

Christine Schmid ist Atem Trainerin & Coach und Künstlerin. Sie versteht sich selbst als Impulsgeberin, die inspiriert und Techniken und Möglichkeiten aufzeigt, die eigenen Ziele klar zu formulieren – den Weg dorthin ideenreich zu beschreiten.

Atem ist Leben – und die richtige Atemtechnik kann das Leben grundlegend verbessern. Bewusstes, angeleitetes Atmen kann dir helfen, Stresssituationen besser zu bewältigen, fitter und energiegeladener zu werden und insgesamt mehr Lebensfreude zu gewinnen. Atemtrainerin Christine Schmid hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen Menschen durch die richtige Atemtechnik zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. Im Interview berichtet sie, was die Faszination „Atem“ ausmacht und wie du mit ganz einfachen Übungen lernen kannst, über den Atem dich und deinen Körper zu regulieren.

Interview

greenyogashop: Liebe Christine, wer bist du, was treibt dich an und woher kommt deine Faszination für den Atem?

Christine: Mein Name ich Christine Schmid, ich bin Atemtrainerin, Coach und Künstlerin. Meine Faszination für das Thema Atmen kam über die Zeit meiner persönlichen Entwicklung und rückte über die Jahre meiner Selbstentwicklung immer stärker in den Mittelpunkt meines Lebens. Was du vermutlich von fast allen AtemtrainerInnen hören wirst ist: „Mit meiner Atemroutine hat sich mein Leben so krass verändert!“ So auch bei mir. Meine eigene Atempraxis und vor allem auch meine Ausbildung haben mein Leben gravierend und grundlegend zu mehr Gesundheit, Entspannung und Authentizität verändert. Ich freue mich sehr darüber und fühle tiefe Dankbarkeit, dass ich heute meine Erfahrungen und mein Wissen mit Menschen teilen darf.

Seit meiner Atemtrainer-/Coach-Ausbildung 2013 in den USA folge ich meiner Mission "Deutschland atmet“. Seither habe ich mehrere tausend Menschen in Einzelsessions, Workshops und Retreats sowohl on- als auch offline dabei unterstützt, ihr Leben zu transformieren. Der Atem ist meine Superpower, meine Guidance, um mein Leben tiefer und voller Freude und Bewusstsein zu gestalten. Ich bin überzeugt, "Atmen ist das neue Yoga“. Wir als Kollektiv erinnern uns mehr und mehr an altes Wissen, vor allem die der Heilkünste, zu denen für mich auch der Atem gehört. Wir erinnern uns aus uns heraus an dieses kraftvolle „Tool“, lernen es zu nutzen, um selbstverantwortlich besser mit Stress und Ängsten umzugehen, Schlaf und Gesundheit zu verbessern, mehr Energie, Fitness und Fokus zu haben, besser mit Gefühlen und emotionalen Triggern umzugehen und mehr Lebensfreude, Kreativität und Authentizität zu leben.

greenyogashop: Du sagst, „So wie wir atmen, so leben wir.“ Kannst du uns ein wenig darüber erzählen, wie du das meinst?

Christine: Jeder Mensch hat sein eigenes Atemmuster. Anhand dieser Atemstruktur lässt sich erkennen, wie die Person ihr Leben lebt und um welche Themen es bei ihr geht. Ich kann dies anhand der Atemanalyse bei Menschen lesen. Der Atem ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Wie weit ist der Brustkorb geöffnet? Wie entspannt ist das Zwerchfell, unser Atemmuskel? Fließt der Atem in den Bauch? Im unteren Bauchbereich im Körper z. B. sitzt alles rund um das Thema „Selbst“, also Selbstwert, Selbstliebe, Selbstfürsorge etc. Wenn wir sehr gestresst sind, halten wir häufig den Atem an oder atmen ganz flach. Der Körper wird dann nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und das Hirn kann nicht mehr so gut funktionieren, was den Stress wiederum verstärkt.

Wenn wir über einen längeren Zeitraum in unseren Leben zum Beispiel zu viel Stress haben, verändert sich auch unser Atem und damit unser Atemmuster. Es können sich darauf Verspannungen, chronische Schmerzen, Schlafstörungen etc. entwickeln. Über die regelmäßige Atempraxis haben wir die Möglichkeit, dies wieder zu verändern. Das heißt, unsere inneren Räume über den Atem wieder zu öffnen und so in Kontakt zu kommen mit unserem Körper und unseren Gefühlen.

greenyogashop: Was unterscheidet das alltägliche Atmen vom bewussten Atmen?

Christine: Atmest du gerade? Ich bin mir ganz sicher, ja! Jeden Tag atmest du – ganz von allein – ganz automatisch. Durchschnittlich 20.000 Mal am Tag. Es gibt vermutlich nichts anderes in deinem Leben, das du so regelmäßig und in der Häufigkeit machst wie zu atmen. Du versorgst deinen Körper mit Sauerstoff. Atem ist Leben. Sobald wir uns unseren Atem bewusst machen, richten wir unsere Aufmerksamkeit von außen nach innen. Ich bin mir sicher, während du den Text hier liest, achtest du viel bewusster auf deinen Atem. Über die Bewusstwerdung des Atems können wir uns und unseren Körper mehr fühlen. Wir spüren unsere Bedürfnisse, das, was uns gut tut. Alles, was wir fühlen, lässt uns frei sein. Denn in uns finden wir die Antworten und in der Bewusstwerdung unseren Frieden und Freiheit. Aus diesem Bewusstsein schöpfen wir die Antworten für unser Leben und können es danach ausrichten und gestalten. Hinzu kommt, dass wir über die Praxis der bewussten Atmung lernen und üben, unseren Körper wieder selbst zu regulieren.

greenyogashop: Loslassen, das ist so ein großes und viel gebrauchtes Wort in der spirituellen Szene. Was bedeutet es für dich und wie können wir über den Atem loslassen?

Christine: Loslassen heißt für mich zu akzeptieren, was ist. Wir Menschen gehen ja unterschiedlich mit Veränderung im Leben um. Für mich heißt Leben, leben mit der Veränderung. Loslassen ist daher für mich die Fähigkeit, aktiv auf Situationen reagieren zu können. Indem ich akzeptiere, was ist, erlaube ich auf tiefer Ebene, dass das Leben zu meinem höchsten Wohle geschieht. Frei davon, wie ich eine Situation bewerte. Ob „gut“ oder „schlecht“, welche Gefühle damit verbunden sind. Ich baue meine Fähigkeit weiter aus, zu üben und zu lernen, damit umzugehen. Loslassen bedeutet daher für mich, tiefer zu vertrauen, mir und damit auch dem Leben. Beim Loslassen geht es für mich auch nicht darum, dies im Hauruckverfahren zu tun. Es ist für mich eher wichtig, mir darin Zeit zu erlauben, zu fühlen, zu reflektieren und die Phasen des Loslassens von Verneinung, Widerstand, Krise, Erkundung, Akzeptanz zu fühlen. Meine regelmäßige Atempraxis ist definitiv eine wichtige Ressource, dies alles bewusst zu erleben.

greenyogashop: Wie kann ich im Alltag mit meinem Atem arbeiten? Welche konkreten Tipps magst du unseren Lesern mit an die Hand geben?

Christine: Im Prinzip hilft es sehr, sich erst einmal seines Atems bewusst zu werden. Für einen Moment zur Ruhe zu kommen, vielleicht sogar auch deine Augen zu schließen. Zu spüren, wo fließt dein Atem hin? Atmest du viel über die Nase oder eher über den Mund? Mehr in den Brustkorb oder bis tief in den Bauch? Atmest du ehr schnell, wenig, flach oder tief?

Mir begegnet im Moment, dass ein großer Teil der Menschen aufgrund der Situation mit ihren Gefühlen stark konfrontiert werden. Zum Teil auch davon überfordert sind. Vor allem auch von den eher unangenehmen Gefühlen wie Wut, Frustration und manchmal einem damit verbundenen Gefühl von Erstarrung. Dies sind alles für unseren Körper ganz „normale“ Reaktionen. Früher haben uns diese Körperreaktionen das Überleben gesichert. Anstatt allerdings wie früher davon gestresst zu sein, dass uns ein wildes Tier angreift, sind wir heute vielleicht von einer gereizten E-Mail unseres Chefs/unserer Chefin oder von den Kindern etc. gestresst. Im Körper werden dennoch ähnliche Muster und Abläufe ganz automatisch ausgelöst. Die Frage ist, wie wir heute damit umgehen.

Eine gute Übung, die uns in Situationen von Stress sehr gut helfen kann, ist die 4-7-8-Atemübung. Sie kann uns in akuten Stresssituation helfen zu entspannen. Dafür kannst du dich entweder aufrecht hinsetzen und entspannt hinlegen. Hilfreich ist auch die Hand auf den unteren Bauch zu legen. Versuche erst einmal, nur durch die Nase ein- und auszuatmen. Nimm deinen Atem wahr. Vertiefe deine Atmung in den Bauch, nach Möglichkeit ist dabei dein Brustkorb ruhig. Dann kannst du nach einigen natürlichen Atemzügen die 4-7-8-Atmung praktizieren. Dafür atmest du durch die Nase ein und zählst bis vier. Dann hälst du die Luft im Körper an und zählst bis 7. Dann lässt du langsam den Atem durch den leicht geöffneten Mund über die Lippen nach außen strömen und zählst dabei bis 8. Diesen Zyklus kannst du am Anfang vier Mal wiederholen und dich immer weiter steigern. So kannst du dein Nervensystem entspannen, deinen Puls und Herzschlag senken – also lernen, dich selbst zu regulieren.

4 - 7 - 8 Atemübung: 

Bei Stress, Angst, Wut und Schlafproblemen

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