Der Räucher-Guide für Anfänger: Salbei, Palo Santo, Weihrauch und Lavendel

Der Räucher-Guide für Anfänger: Salbei, Palo Santo, Weihrauch und Lavendel

Ein Gastbeitrag von Alisa Füssel

Diese positiven Effekte haben Kräuter, Säfte und Hölzer auf deine Gesundheit

Warum wir räuchern? Das Ritual bewirkt eine energetische Reinigung von Körper, Geist und Seele, aber auch deiner Umgebung. Es reinigt gespeicherte Emotionen, Schwingungen und Energien von Personen, Gesprächen oder Ereignissen. Deswegen lohnt es sich vor allem nach einem gefühlsgeladenen Streit oder einer hitzigen Diskussion, zu deinem Lieblingsräucherwerk zu greifen. Räuchern hilft dir aber auch, einfach aus der Hektik des Alltags zu entfliehen und dich für den Moment zu entschleunigen. Zusätzlich wirkt Räuchern antibakteriell, antiviral und somit auch desinfizierend.

Seit jeher ist das Räuchern gelebte Tradition: Dort, wo viele Menschen zusammenkommen, wird die Atmosphäre gereinigt, um sich vor negativen Energien oder auch schlechten Geistern zu schützen. Das beste Beispiel sind religiöse Stätten wie Tempel und Kirchen. Hier wird geräuchert, um eine sichere, harmonische und neutrale Atmosphäre zu schaffen. So hat das Räuchern auch eine wertvolle spirituelle Bedeutung gewonnen. Es wird häufig bei Ritualen eingesetzt, um Erdung herzustellen, negative Energien zu eliminieren und einen schützenden Rahmen herzustellen. Daher dient es auch als Bestandteil beim Orakeln, der Visionsarbeit, dem Yoga, der Meditation, Circles oder anderen spirituellen Praktiken. Die Liste ließe sich weiter fortführen: Das Räuchern ist fester Bestandteil beim Setzen von Intentionen und beim Loslassen, zu bestimmten Jahreszeit-Ritualen wie den Rauhnächten und wird im Einklang mit dem Mondphasen (vor allem zu Neu- und Vollmond) angewendet.

So räucherst du richtig: Ein kurzer Überblick

Zum Räuchern brauchst du ein Räucherstöckchen mit Teelicht und Kräutern, eine feuerfeste Schale mit Räuchersand, Kohle und Kohlezange oder ein Räucherbündel. Natürlich reichen zu Beginn auch Räucherstäbchen.

Diese Kräuter werden besonders häufig verwendet:

Salbei wirkt klärend, beruhigend, reinigend und stimmungsaufhellend. Er reinigt die Atmosphäre, Räume und deine Aura, indem er störende und stressgeladene Energien hinausdrängt. Dadurch werden Zentrierung und Konzentration wieder möglich.

Palo Santo wirkt beruhigend, kann aber auch eine euphorisierende Wirkung haben. Es schafft Harmonie und Schutz.

Weihrauch lindert Stress und Depressionen sowie hat eine entzündungshemmende und gesundheitsfördernde Wirkung.

Lavendel wirkt ausgleichend, beruhigend, stärkend und klärend auf Geist und Körper. Er ist außerdem reinigend und desinfizierend.

Die beliebtesten Kräuter zum Räuchern im Detail

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Eines der ältesten uns bekannten Heilkräuter: Der Salbei

Zum Räuchern ist das Kraut besonders gut geeignet, da der intensive Duft der Pflanze von negativen Energien befreit und die Aura reinigt. Salbei ist ein reinigendes und klärendes Räucherkraut und wurde als solches schon von den Ureinwohnern Nordamerikas genutzt. Salbei wird in erster Linie zu einer großen Reinigung verwendet und macht "klar Schiff" in deinem Zuhause.

Der Weiße Salbei (White Sage) hat ein intensives Aroma: würzig, krautig, etwas harzig und leicht süßlich. Die heilige Räucherpflanze reinigt die Atmosphäre, zieht positive Energien an, wirkt desinfizierend, belebend, konzentrationsfördernd und löst energetische Blockaden. Sie klärt das Bewusstsein und wird gerne bei Zeremonien und Ritualen eingesetzt, um Körper, Geist und Seele zu reinigen. Geräuchert wird der weiße Salbei in der Regel in Form eines Kräuterbündels, dem sogenannten „Smudge Stick“. Die Pflanze wird gerne zur Hausreinigung eingesetzt, aber auch bei Erkältungen und Halsschmerzen. “White Sage” wirkt sich zudem positiv auf die Stimmung und Konzentration aus.

So räucherst du mit Salbei:

Zünde zum Räuchern einen Smudge Stick mit einem Feuerzeug oder der Flamme einer Kerze an, bis ein sanfter Rauch entsteht. Bewege den Smudge Stick dann gleichmäßig durch die Luft und puste ihn vorsichtig an – so erhältst du den Rauch des Räucherbündels aufrecht. Du kannst aber auch einzelne Salbeiblätter in eine feuerfeste Schale geben und anzünden.

Palo Santo kannst du ebenfalls zur Reinigung verwenden – es unterscheidet sich jedoch von Salbei darin, dass es sich ausschließlich auf die negativen Energien konzentriert, während Salbei alles reinigt. Palo Santo erhöht also nur die „good vibes“, während Salbei eine energetische Grundreinigung vornimmt. Solltest du dein Zuhause einmal grundgereinigt haben, kannst du danach Palo Santo verwenden, um Positives anzuziehen. Irgendwann entscheidest du intuitiv, welches Räucherwerk am besten passt.

Das heilige Holz aus Südamerika: Palo Santo

Palo Santo wird aus dem gleichnamigen Baum aus Südamerika gewonnen und hat eine lange Tradition. Angeblich wird es bereits seit der Inka-Zeit für Rituale verwendet, um die Kraft der spirituellen Reinigung freizusetzen. Der Palo Santo Baum reift im Alter von 50 bis 70 Jahren. Erst wenn das Holz natürlich abstirbt und danach für mindestens 5 Jahre ruht, wird seine höchste Qualität sichergestellt.

Die Wirkung von Palo Santo ist wissenschaftlich noch wenig erforscht, doch dem kleinen Hölzchen wird nachgesagt, dass es eine entspannende, reinigende, schützende und heilende Wirkung hat. Verwendet wird es daher vor allem bei der Hausreinigung, um jene Energien zu entfernen, die die Vitalität von Räumen und deren Bewohnern verringern. Das Räuchern balanciert Energien, denn es vertreibt negative Energien und erhöht gleichzeitig alles Positive. Das Einsatzgebiet des heiligen Holzes ist groß: Es wird auch bei durch Stress verursachten Krankheiten verwendet, um mehr Ruhe und Harmonie in Körper und Geist zu bringen und die Seele zu reinigen. Zudem wird es häufig zeremoniell eingesetzt, beispielsweise vor einer Meditation, beim Yoga, Reiki, in der Aromatherapie, bei schamanischen Sitzungen oder auch vor wichtigen Ereignissen sowie vor oder nach Besuchen.

Palo Santo verbindet uns mit der menschlichen Liebe und erhöht die Fähigkeit, zu geben und zu empfangen. Daher ist das Räuchern mit dem heiligen Holz unter anderem vor Zusammenkünften, Meetings und Heilsitzungen so beliebt. Es entspannt den Geist, versetzt uns in einen inneren Frieden und fördert die Hingabe. Palo Santo hat unter anderem antidepressive, schweißtreibende, harntreibende, entschlackende, antirheumatische und antiseptische Eigenschaften. Palo Santo hilft auch vorbeugend gegen Grippe.

So räucherst du mit Palo Santo:

Für die Verwendung von Palo Santo reicht es, wenn du ein Holzstück im 45-Grad-Winkel mit einem Feuerzeug oder an einer Kerze anzündest und es 45 Sekunden lang brennen lässt, bis sich der Rauch verbreitet. Zum Abbrennen legst du es auf eine feuerfeste Schale. Verbinde das Räuchern von Palo Santo mit einer Intention und öffne danach die Fenster, damit alles Negative weichen und sich alles Positive ausbreiten kann. Du kannst das heilige Holz immer wieder anzünden.

Räuchern mit getrocknetem Baumsaft: Weihrauch

Weihrauch ist ein getrockneter natürlicher Baumsaft, der von Bäumen der Pflanzengattung Boswellia aus der Familie der Burseraceae gewonnen wird. Dieser Baumsaft ist besonders in abrahamitischen Religionen bekannt und hat eine lange und interessante Geschichte hinter sich. Das Räuchern mit Weihrauch hat auch heute meist eine religiöse oder spirituelle Bedeutung. Weihrauch reinigt die Seele und ist sozusagen ein spiritueller Heiler.

Ein netter Nebeneffekt: Weihrauch sieht schön aus, wenn man ihn verbrennt. Abgesehen davon hat er aber auch mehrere gesundheitliche Vorteile: Er ist weltweit für seine wohltuenden Eigenschaften bekannt. Er lindert Stress und Depressionen und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Außerdem fördert er die Mundgesundheit. Weihrauch wird in der Aromatherapie und der Hautpflege wegen seiner entspannenden und erholsamen Eigenschaften geschätzt. Als wichtiger Bestandteil der traditionellen Medizin Afrikas und Asiens wird Weihrauch seit langem zur Unterstützung der Verdauung verwendet, da es das Verdauungssystem beschleunigt und auch darüber hinaus positive Effekte auf die inneren Organe zeigt.

So räucherst du mit Weihrauch:

1. Zunächst brauchst du die richtige Ausstattung. Dazu gehören ein Gefäß, Kohle sowie eventuell Sand (und selbstverständlich den Weihrauch). Verwende einen hitzebeständigen Behälter wie zum Beispiel ein Stövchen, eine Muschel oder eine Schale. Am besten verwendest du Holzkohle, denn Weihrauch brennt sehr gut darauf. Solltest du Sand verwenden, dann achte darauf, dass es spezieller Räuchersand ist, da dieser die Hitze des Gefäßes absorbiert und Luft unter die Kohle lässt. Das verbessert die Verbrennung.

2. Nun zündest du zuerst die Kohle an. Verwende dafür ein langes Feuerzeug und halte die Kohle mit einer Zange fest. Beginne nun vorsichtig, die Kohle von außen anzuzünden. Sobald die Holzkohle Funken schlägt und sich die Hitze in der gesamten Kohle ausbreitet, kannst du die brennende Flamme löschen.

3. Die Kohle brennt jetzt und alles ist vorbereitet, um den Weihrauch hinzuzufügen. Gib vorsichtig etwa 1/4 Teelöffel des Weihrauchharzes auf die brennende Kohle. Arbeite hierbei wohldosiert, denn der Duft ist sehr intensiv. Fächere die Kohle auf, damit das Harz verbrennt und sich der Rauch verteilt.


Portrait-ALisa

ALISA FÜSSEL

Alisa ist Yogalehrerin und spirituelle Mentorin. 2020 hat sie „from heart to toe“ ins Leben gerufen, weil sie die vielen Aspekte und Facetten des Yoga darstellen wollte: Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich das für seinen Weg herauszunehmen, was er gerade dafür braucht. Ihr Ziel ist es, dich auf deiner Reise zu dir selbst ein Stück zu begleiten und dir dabei die Unterstützung zu geben, die du benötigst; und zwar in genau der Form, die dir guttut. Alisa betrachtet Mensch und Yoga ganzheitlich und baut so eine Brücke zwischen dir und dem Yoga auf, aber auch zwischen dir und deinem Weg in die Heilung und in ein Leben voller Freude und Harmonie.

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