Ashtanga Yoga: Ein Klassiker unter den Yoga-Stilen

Wie du weißt, gibt es mehr als nur eine Form des Yogas. Der bekannteste Stil ist sicherlich Vinyasa Yoga, aber auch Hatha ist weit verbreitet. Heute möchten wir dir aber einen anderen Yogastil vorstellen, der ebenfalls zu den Klassikern zählt: Ashtanga Yoga. 

 

Was ist Ashtanga Yoga?

Ashtanga gilt als der härteste aller Yogastile und gehört zu den wichtigsten klassischen Yogamethoden. Schon bei der ersten Unterrichtseinheit wird klar, dass sich Ashtanga stark von den gängigen Formen wie Vinyasa oder Hatha unterscheidet, obwohl auch Ashtanga wie die meisten körperorientierten Yogastile auf dem Hatha Yoga basiert. Da wäre zum Beispiel die Unterrichtsform, die ganz und gar anders ist als bei anderen Yogastunden: Während Vinyasa oder Hatha Klassen ganz klassisch frontal vom Lehrer unterrichtet werden, übt bei Ashtanga jeder Schüler in seiner eigenen Geschwindigkeit eine bestimmte Abfolge von Asanas. Dabei macht der Lehrer die Abfolge selbst nicht mit, sondern schreitet durch die Klasse und korrigiert Haltungsfehler, motiviert oder beantwortet Fragen. Diese Art des Unterrichts nennt sich “Mysore”.

 

Die Geburtsstätte von Ashtanga Yoga 

“Mysore” ist der Name der indischen Stadt, aus der Ashtanga stammt. Dort lebte einst ein Maharaja, der sich mit Yoga fit und gesund hielt. Als er auf den Yogalehrer Tirumalai Krishnamacharya traf, entschloss er sich dazu, in seinem Palast eine Yogashala (Yoga-Schule) zu eröffnen. Krishnamacharya unterrichtete dort bald nicht nur die Königsfamilie und den Maharaja selbst, sondern auch die Jungen der königlichen Arasu-Kaste. Diese Jungen waren unruhig, hyperaktiv und stets auf der Suche nach spannenden Aktivitäten. Also entwickelte Krishnamacharya eine besonders herausfordernde Yoga Abfolge, die heute bekannt ist als Ashtanga Yoga.

 

Der Gründer: Pattabhi Jois (1915 - 2009) 

Pattabhi Jois war einer der Meisterschüler von Krishnamacharya, der selbst Yogalehrer wurde. 1964 unterrichtete er  den Belgier Andre Van Lysebeth in der sogenannten “Ersten” und “Zweiten Serie” von Asana Abfolgen, die Jois ausgearbeitet hatte. Auch Van Lysebeth erlernte diese Sequenzen und schrieb anschließend ein Buch über Yoga, das Jois weltweit bekannt machte. Es folgten Reisen in die USA und nach Australien, während welcher Jois Ashtanga Yoga unterrichtete und bekannt machte. Seitdem trainieren selbst Stars wie Madonna und Gwyneth Paltrow die herausfordernde Asana-Abfolge.

 

Die Besonderheiten von Ashtanga 

Wie bereits erwähnt, unterscheidet sich vor allem die Unterrichtsform von Ashtanga maßgeblich von jener anderer Yogastile. Die Abfolge, die jeder Schüler eigenständig durchgeht, ist strikt festgelegt und jede Pose wird genau fünf Atemzüge gehalten.

Eine bestimmte Abfolge hast du in deiner Yogapraxis bestimmt schon kennengelernt: Den ersten Sonnengruß (Surya Namaskara A). Mit fünf Runden des Sonnengrußes startet jede Praxis des Ashtanga Yogas.

Insgesamt gibt es im Ashtanga sechs Serien. Die zweite und dritte sind dabei die wohl herausforderndsten, weshalb diese auch seltener geübt werden. Die Abfolgen vier bis sechs hingegen fügen nur wenig Neues hinzu.

Durch die Einhaltung der energetischen Reihenfolge der sechs Asana Sequenzen wird der Körper von innen erwärmt und kann somit entgiftet werden. Auch Energie-Sperren lassen sich auf diese Weise lösen. Trinken ist während des Trainings verboten, da sonst das innere “Feuer” gelöscht wird. Das Ergebnis von Ashtanga Yoga ist ein ruhiger Geist, eine verbesserte Durchblutung sowie ein starker Körper.

Das Tempo im Ashtanga Yoga ist hoch, viele Sprünge machen das Training noch herausfordernder und der Schüler muss sich die vorgegebene Reihenfolge gut einprägen, ohne dass ein Lehrer sie frontal vorführt. Außerdem wird Ashtanga traditionell indisch-streng unterrichtet. Es ist also nicht verwunderlich, dass Ashtanga Yoga nicht nur Freunde hat.

 

Für wen ist Ashtanga Yoga geeignet?

Wer besonders die stets wechselnden Abfolgen des Vinyasa Yogas schätzt oder sich bei immer wiederkehrende Repetitionen schnell langweilt, für den ist Ashtanga Yoga wahrscheinlich nicht die richtige Form. Wer es aber mag, eine feste Reihenfolge immer wieder zu perfektionieren und in Wiederholungen eine gewisse Ruhe erfährt, für den ist Ashtanga sicherlich bestens geeignet.

Auch wenn du gerne schwitzt und du dich auspowern möchtest, ist Ashtanga super für dich. Du wirst die starke Energie, die im Yoga-Raum herrscht, sicherlich sofort bemerken. Der Körper wird “aufgeladen” und erwärmt sich von innen, wodurch es im ganzen Raum extrem warm wird. Durch das Schwitzen wird dann dein gesamter Körper entgiftet.

Vorsicht ist für Personen mit Knieproblemen geboten. Da die Haltungen im Ashtanga Yoga teilweise sehr anspruchsvoll sind, ist das Verletzungsrisiko recht hoch. Lass dich unbedingt ausführlich in die Praxis einweisen, wenn du das erste mal Ashtanga praktizierst. 

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