Teil III: Was lerne ich in einer Yoga-Ausbildung?

Was lerne ich in einer Yoga-Ausbildung?

Ein Gastbeitrag von Frauke Dietrich

Was lernt man eigentlich in einer Yoga-Ausbildung? Die Inhalte einer Yoga-Ausbildung sind nicht immer identisch und von verschiedenen Faktoren abhängig. Dies liegt insbesondere daran, dass der Begriff „Yogalehrer/in“ nicht geschützt ist und daher die Ausbildungsinhalte nicht grundsätzlich vorgeschrieben sind. Nichtsdestotrotz ähneln sich die Inhalte der meisten Yoga-Ausbildungen und einige wesentliche Schwerpunkte werden in fast jeder Ausbildung behandelt. Insbesondere wenn deine Yoga-Ausbildung durch einen Verband wie Yoga-Alliance oder den Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V. zertifiziert ist, enthält sie in der Regel die hier vorgestellten Inhalte.

Du kennst Teil I noch nicht? Dann hier entlang.

Asana-Praxis

Einen großen Teil deiner Ausbildung macht die Asana-Praxis aus. Zum einen lernst du in diesen Unterrichtsstunden, wie du selbst die wichtigsten Yogaposen korrekt ausübst. Zum anderen erfährst du, wie du deine Schüler sicher anleitest, sich in eine Pose zu begeben, sie zu halten und aus ihr herauszutreten. Hierzu gehört auch, wie du Schüler korrigierst oder ihnen hilfst, tiefer in die Asana hineinzukommen. Du lernst zudem, was die positiven Eigenschaften der Asanas sind und unter welchen Umständen ein Schüler diese nicht ausüben sollte, zum Beispiel bei gewissen körperlichen Einschränkungen.

Welche Asanas du genau lernst, ist zum Teil von dem Yogastil abhängig, in welchem du die Ausbildung absolvierst. Außerdem entscheidet dies natürlich auch der Anbieter deiner Ausbildung. Vermutlich behandelt ihr auch nicht nur einzelne Posen, sondern ebenso ganze Abfolgen von Asanas, wie zum Beispiel den Sonnengruß A und B.

Meditation

In deiner Ausbildung wirst du außerdem verschiedene Meditationstechniken kennenlernen. Ähnlich wie in der Asana-Praxis lernst du zum einen, wie du sie selbst anwendest, aber auch, wie du deine Schüler hierin anleitest. Vielleicht benutzt ihr hierfür sogar Hilfsmittel, wie Musik, Mantren oder eine Meditationskette, auch Mala-Kette genannt. Häufig beginnt ein Ausbildungstag während einer Yoga-Ausbildung mit einer Meditationspraxis, gefolgt von Atemübungen und der Asana-Praxis.

Pranayama

Ein weiterer wichtiger Baustein deiner Yoga-Ausbildung ist die Lehre des Atems, auch Pranayama genannt. Du lernst die Bedeutung des Atems im Yoga kennen und wie du ihn in deine Yoga-Praxis integrierst. Außerdem kennst du nach deiner Ausbildung verschiedene Atemtechniken, wie zum Beispiel Nadi Shodhana, auch Wechselatmung genannt, oder Kapalabhati, der sogenannte Feueratem.

Auch in diesen Unterrichtsstunden lernst du die Atemübungen zum einen selber kennen und erfährst auch, wie du deine Schüler anleiten kannst.

Anatomie

Im Anatomieunterricht bekommst du die wichtigsten Fakten zu den wesentlichen Körpersystemen des Menschen gelehrt. Hierzu gehören zum Beispiel das Skelett, die Muskulatur, der Kreislauf und das Nervensystem. Die Kunde des menschlichen Körpers ist insofern wichtig für deine Yoga-Ausbildung, als dass du hier lernst, welche Auswirkungen die verschiedenen Asanas auf den Körper haben. So erfährst du auch, wie du die Yogaposen gezielt für deinen Körper einsetzen kannst und auch, wie du mit körperlichen Einschränkungen deiner Schüler umgehen kannst. Vielleicht legst du im Rahmen deiner Ausbildung sogar ein Erste-Hilfe-Zertifikat ab, welches du gut für deine spätere Tätigkeit als Yogalehrer/in gebrauchen kannst.

Philosophie

Abhängig von dem Schwerpunkt deiner Ausbildung, tauchst du auch mehr oder weniger tief in die Philosphie der Yogalehre ein. Hier erfährst du mehr über die spirituellen Hintergründe des Yoga sowie seine Geschichte. Häufig basiert der Philosphieunterricht auf dem Yoga Sutra des Patanjali, dem zentralen Ursprungstext der Yogalehre.

Im Philosphieunterricht erfährst du außerdem mehr über die Götterwelt des Hinduismus sowie den achtgliedrigen Pfad des Yoga. Gegebenenfalls erlernst du auch die wichtigsten Begriffe in der Sprache Sanskrit sowie ethische Richtlinien für Yogalehrer. Wie ausführlich die Yogaphilosophie in deiner Ausbildung behandelt wird, ist zum einen von dem praktizierten Yogastil abhängig und zum anderen auch vom Ermessen deines Ausbildungsanbieters.

Unterrichtsgestaltung

Ein wesentlicher Ausbildungsinhalt deiner Yoga-Ausbildung ist natürlich die Gestaltung des Yogaunterrichts. Du erfährst, wie du eine Unterrichtsstunde aufbaust, das heißt wie du eine Stunde beginnst, welche Elemente eine Yogastunde beinhalten kann, wie deine Asanas aufeinander aufbauen und wie du die Stunde abschließst. Gegebenenfalls wird hierfür ein ausgewähltes Leitmotto für deine Stunde genutzt, zum Beispiel mit einem Fokus auf Hüftöffner oder Herzöffner.

Außerdem besprecht ihr die verschiedenen Kommunikationskanäle, welche du während deiner Stunde benutzen kannst, wie deine Demonstration der Asanas oder verbale Anleitungen. Du lernst, wie deine Stimme und deine körperliche Präsenz wirken und wie du diese beeinflussen kannst. Zudem erfährst du mehr über den Einsatz von Hilfsmitteln, wie Blöcke oder Gurte, sowie den Einsatz von Musik während deines Unterrichts.

Yoga Business

Neben den rein inhaltlichen Themenschwerpunkten der Yogalehre wirst du in deiner Yoga-Ausbildung auch Themen besprechen, die dich auf deine spätere berufliche Tätigkeit als Yogalehrer/in vorbereiten. So lernst du zum Beispiel, wie du dich nach deiner Ausbildung selbstständig machst und wo oder wie du als Yogalehrer/in überall tätig sein kannst. Womöglich sprecht ihr auch über die wichtigsten Versicherungen, die du als Yogalehrer/in abschließen solltest. Im Idealfall erhältst du auch Tipps dazu, wie du deinen ersten Job als Yogalehrer/in bekommst.

Weitere Unterrichtsinhalte

Die bisher genannten Themenschwerpunkte werden in einem Großteil aller Yoga-Ausbildungen behandelt. Es gibt darüber hinaus noch weitere Inhalte, die je nach Ausbildung gelehrt werden. Dies kann zum Beispiel Ayurveda, die traditionelle indische Heilkunst sein. Vielleicht erfährst du auch mehr über das Berufsbild des Yogalehrers. Häufig werden zudem traditionelle indische Mantren gelehrt und gemeinsam gesungen.

Wenn du dich für bestimmte inhaltliche Schwerpunkte der Yogalehre besonders interessierst, schau dir die Unterrichtsinhalte deiner Yoga-Ausbildung genau an, bevor du dich auf eine Ausbildung festlegst. In einem Gespräch mit dem Ausbildungsanbieter kannst du vorab klären, auf welche Inhalte während der Ausbildung der Schwerpunkt gelegt wird oder welche zusätzlichen Themen vielleicht behandelt werden. So kannst du sichergehen, dass die Ausbildung genau deinen Erwartungen entspricht und alles für dich Wichtige behandelt wird.


Frauke-Portrait

FRAUKE

Frauke hat im April 2019 ihre Ausbildung in Hatha & Vinyasa Yoga auf Bali absolviert. Yoga ist für sie der perfekte Ausgleich zu ihrem fordernden Berufsalltag und viel mehr als nur körperliche Betätigung. Darum möchte sie andere Yoga-Begeisterte auf dem Weg zur Yoga-Ausbildung unterstützen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Erfahrungen weiterzugeben.

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