Teil II: Wie werde ich Yogalehrer/in?

Bin ich bereit für eine Yoga-Ausbildung?

Ein Gastbeitrag von Frauke Dietrich

Die Frage „Wie wird man eigentlich Yogalehrer/in?“ ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn als „Yogalehrer“ darf sich so ziemlich jeder bezeichnen, da dieser Begriff nicht geschützt ist. Es gibt also nicht die eine Lösung, wie du Yogalehrer/in werden kannst. Demnach gibt es unzählig viele Anbieter für Yoga-Ausbildungen, die sich in verschiedenen Aspekten unterscheiden. Du kannst zwischen einer Vielzahl von Ausbildungsorten, Yogastilen, Formaten und Zertifizierungen wählen. Das ist einerseits großartig, weil du dir deine Yoga-Ausbildung genau nach deinen Vorstellungen gestalten kannst. Andererseits ist es gar nicht so einfach, hier durchzublicken, worauf es bei solch einer Ausbildung ankommt. In diesem Beitrag erfährst du, wie du Yogalehrer/in wirst und was du auf deinem Weg zum/zur Yogalehrer/in beachten solltest.

Du kennst Teil I noch nicht? Dann hier entlang.

Anbieter für Yoga-Ausbildungen

Yoga-Ausbildungen werden auf der ganzen Welt in verschiedenen Variationen angeboten. Ein besonders beliebter Ausbidungsort ist natürlich Indien, die Wiege des Yoga. Aber auch in südostasiatischen Ländern wie Indonesien oder Thailand findest du eine Vielzahl an Möglichkeiten für Yoga Teacher Trainings. Seit einigen Jahrzehnten kannst du auch in Deutschland Yogalehrer/in werden und wenn du in einer etwas größeren Stadt lebst, werden vermutlich auch dort Yoga-Ausbildungen angeboten. Viele Anbieter sind Yogaschulen, welche neben Yogakursen eben auch solche Ausbildungen anbieten. Es gibt auch Einrichtungen, die explizit auf Ausbildungen spezialisiert sind. Die Wahl des passenden Anbieters für deine Ausbildung ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie dem Ausbildungsort, dem praktizierten Yogastil, möglichen Zertifizierungen oder dem Ausbildungsformat. Zu den unterschiedlichen Formaten und Zertifizierungen von Yogalehrerausbildungen erfährst du gleich mehr. Bevor du dich auf einen Anbieter deiner Yoga-Ausbildung festlegst, solltest du dich gut informieren und sicherstellen, dass die Ausbildung alle deine Erwartungen erfüllt und dir ein hochwertiges Ausbildungserlebnis beschert.

Das richtige Format für deine Yoga-Ausbildung

Je nachdem wie tief du in die Yogalehre eintauchen möchtest, gibt es verschiedene Ausbildungslängen. International wird meistens zwischen Ausbildungen unterschieden, welche 200 oder 500 Unterrichtsstunden umfassen. Auch hier gibt es allerdings noch andere Klassifizierungen. Eine 200-Stunden Yoga-Ausbildung reicht in der Regel aus, um danach in einem Yoga- oder Fitnessstudio arbeiten zu können. Auch wenn du die Ausbildung lediglich für dich selbst absolvierst, eignet sich diese Ausbildungslänge, um die wichtigsten Grundlagen zu lernen. Möchtest du dich noch intensiver mit der Yogalehre auseinander setzen, könnte eine 500-Stunden Ausbildung das Richtige für dich sein. Yoga-Ausbildungen lassen sich außerdem in Teilzeit- und Vollzeitformate unterscheiden. In einem Teilzeitformat findet die Ausbildung in der Regel berufsbegleitend statt, also häufig am Wochenende. Insgesamt beläuft sich die Ausbildungszeit einer 200-Stunden Grundausbildung so auf einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten. In einem Vollzeitformat absolvierst du die Ausbildung in einem Intensivkurs, in welchem du von früh morgens bis abends Unterricht hast. Eine 200-Stunden Ausbildung kannst du so in einem knappen Monat abschließen. Dieses Format bietet sich insbesondere für Ausbildungen im Ausland an.

Zertifizierungen von Yoga-Ausbildungen

Im Laufe der Zeit haben sich sowohl in Deutschland als auch international verschiedene Verbände geformt, welche Yoga-Ausbildungen bzw. Yogaschulen zertifizieren. Ist eine Yogalehrerausbildung durch einen anerkannten Verband zertifiziert, bedeutet das, dass sie bestimmten Qualitätskriterien entspricht. Ein international anerkannter Verband ist die amerikanische Yoga Alliance, die Ausbildungen auf der ganzen Welt zertifiziert. In Deutschland gibt es den Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V. (BDY), welcher der führende deutsche Berufsverband für Yogalehrer ist. Natürlich ist es nicht zwingend notwendig, dass deine Ausbildung zertifiziert ist. Insbesondere wenn du deine Yoga-Ausbildung lediglich absolvierst, um deine eigene Praxis zu vertiefen, ist eine fehlende Zertifizierung nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium. Allerdings setzen manche Yogastudios bei der Wahl ihrer angestellten Yogalehrer voraus, dass diese eine zertifizierte Ausbildung durchlaufen haben. Auch wenn du als ausgebildete/r Yogalehrer/in Kurse anbieten möchtest, die durch die Krankenkasse anerkannt sind, solltest du die Anforderungen der Krankenkasse bezüglich einer Zertifizierung prüfen. Mehr Infos hierzu findest du bei der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP). Bei der Wahl deiner Ausbildung solltest du also darauf achten, ob diese durch einen anerkannten Verband zertifiziert ist und ob dies für dich von Bedeutung ist.

Deine Voraussetzungen um Yogalehrer/in zu werden

Die Voraussetzungen, um Yogalehrer/in werden zu können, unterscheiden sich ein wenig von Anbieter zu Anbieter. In der Regel wird eine bisherige regelmäßige Yogapraxis von sechs Monaten bis zu zwei Jahren erwartet. Was von jedem Anbieter verlangt wird ist, dass du körperlich gesund bist. Außerdem solltest du dich natürlich für Yoga interessieren und mehr über diese Lehre erfahren wollen. Die Voraussetzungen für die Zulassung zu einer Yoga-Ausbildung sind teilweise auch von der Zertifizierung der Ausbildung abhängig. So fordert der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland zum Beispiel, dass du ein Mindestalter von 25 Jahren erreicht hast und eine abgeschlossene Ausbildung hast. Es ist übrigens nicht notwendig, dass du die Intention hast, als Yogalehrer/in arbeiten zu wollen. Ganz im Gegenteil nutzen sehr viele Yogis eine solche Ausbildung, um ihre eigenen Kenntnisse zu vertiefen, ohne danach einer Tätigkeit als Yogalehrer/in nachzugehen

Kosten einer Yoga-Ausbildung

Die Preisspanne von Yoga-Ausbildungen ist sehr groß und von verschiedenen Faktoren abhängig, zum Beispiel von der Länge, dem Format, dem Ausbildungsort und auch dem spezifischen Anbieter. In Deutschland musst du für eine berufsbegleitende 200-Stunden Grundausbildung in der Regel mit 3.000 – 3.500 € rechnen. In vielen asiatischen Ländern, insbesondere in Indien, sind Yoga-Ausbildungen deutlich günstiger. Hier kosten viele Ausbildungen lediglich 1.000 bis 1.500 € inklusive Unterkunft und Verpflegung. Allerdings musst du bei einer Intensivausbildung im Ausland auch bedenken, dass hier noch Reisekosten für den Flug etc. hinzukommen. Lass dich bei deiner Entscheidung für eine Yoga-Ausbildung nicht ausschließlich vom Preis leiten. Vom Preis kannst du nicht unbedingt auf die Qualität der Ausbildung schließen, aber er kann Hinweise auf ein paar Rahmenbedingungen der Ausbildung zulassen. Zum Beispiel kann eine besonders günstige Ausbildung bedeuten, dass sehr viele Teilnehmer hierfür zugelassen werden oder dass die Unterkunft nicht sehr komfortabel ist. Achte bei Preisvergleichen immer darauf, was genau im Preis enthalten ist und auch, welche Kosten gebenenfalls noch zusätzlich auf dich zukommen.

Deine Möglichkeiten nach der Yoga-Ausbildung

In einer guten Yoga-Ausbildung wirst du alles Notwendige lernen, um danach als Yogalehrer/in unterrichten zu können. Du lernst zum einen, wie du deine zukünftigen Schüler korrekt anleitest und auch, wie du selbst die wichtigsten Asanas richtig ausführst. Außerdem erlangst du tiefergehende Kenntnisse über die Geschichte und Philosophie der Yogalehre sowie über die Anatomie des menschlichen Körpers. Nach deiner Ausbildung stehen dir damit viele Türen offen. Du kannst sowohl in Vollzeit, aber auch in Teilzeit neben deinem bisherigen Beruf unterrichten. Neben der Anstellung in einem klassischen Yogastudio kannst du beispielsweise auch in Fitnessstudios, Hotels, Therapiezentren oder in Unternehmen unterrichten. Natürlich musst du nicht unbedingt als angestellte/r Yogalehrer/in in einer Einrichtung unterrichten, sondern kannst auch Privatstunden geben. Zunehmend beliebter wird auch Online-Yoga – hierfür benötigst du noch nicht einmal einen angemieteten Raum oder Studio. Du kannst dich nach deiner Grundausbildung auch weiter spezialisieren und dich auf Yoga für Schwangere, Kinder oder ältere Menschen fokussieren. Ganz egal mit welcher Intention du deine Yoga-Ausbildung angehst – du wirst danach eine Tätigkeit finden, die zu dir passt und die dir großen Spaß bringt.


Frauke-Portrait

FRAUKE

Frauke hat im April 2019 ihre Ausbildung in Hatha & Vinyasa Yoga auf Bali absolviert. Yoga ist für sie der perfekte Ausgleich zu ihrem fordernden Berufsalltag und viel mehr als nur körperliche Betätigung. Darum möchte sie andere Yoga-Begeisterte auf dem Weg zur Yoga-Ausbildung unterstützen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Erfahrungen weiterzugeben.

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