Bin ich bereit für eine Yogalehrer-Ausbildung?

Bin ich bereit für eine Yoga-Ausbildung?

Ein Gastbeitrag von Frauke Dietrich

Wenn du leidenschaftlich gerne Yoga praktizierst, hast du vielleicht schon einmal über eine Ausbildung als Yogalehrer/in nachgedacht. Und vermutlich kamen dir bei dieser Überlegung gleich einige Fragen wie diese hier in den Kopf: Bin ich schon erfahren genug, um Yogalehrer/in zu sein? Ist es schlimm, dass ich noch keine fortgeschrittenen Posen beherrsche? Kann ich eine Yoga-Ausbildung absolvieren, auch wenn ich danach gar nicht selber unterrichten möchte?
So geht es vielen Yoga-Begeisterten, die sich auf die Erfahrung einer Yoga-Ausbildung einlassen möchten. Dieser Artikel soll dir helfen, für dich herauszufinden, ob du bereit für deine Yogalehrerausbildung bist.

Du praktizierst leidenschaftlich gerne Yoga und möchtest mehr über die Yogalehre erfahren

Natürlich solltest du gerne und regelmäßig Yoga praktizieren, bevor du eine Ausbildung als Yogalehrer/in angehst. Vielleicht hast du dich bereits schon etwas näher mit der Yogalehre beschäftigt? Während sich Yogakurse in Deutschland meistens auf die Asana-Praxis mit ein wenig Meditation oder Atemübungen beschränken, wirst du in einer Yoga-Ausbildung viel tiefer in diese Jahrtausende alte Lehre einsteigen. Du erfährst mehr über die Geschichte und die Philosophie des Yoga sowie seine sprituellen Aspekte. Außerdem lernst du im Anatomieunterricht den menschlichen Körper kennen und die positiven Effekte, die Yoga auf ihn haben kann. Ein Großteil der Ausbildung macht die Vertiefung der eigenen Asana-Praxis aus sowie das Unterrichten der verschiedenen Posen. Dass du deine Leidenschaft für Yoga gerne mit anderen Menschen teilen möchtest, spricht ebenfalls dafür, dass eine Yoga-Ausbildung das Richtige für dich sein könnte. Als Yogalehrer/in kannst du deine Beigeisterung an deine Schüler weitergeben und sie von den vielen positiven Eigenschaften des Yoga profitieren lassen. Allerdings ist es natürlich kein Muss, dass du nach deiner Ausbildung auch als Yogalehrer/in tätig bist – viele Yogis absolvieren eine solche Ausbildung, um ihre eigene Yoga-Praxis zu vertiefen, ohne danach unterrichten zu wollen.

Du bringst einige Monate Yoga-Erfahrung mit

Um eine Yogalehrerausbildung zu absolvieren, musst du keinesfalls die akrobatischsten Posen beherrschen oder das Yogasutra zitieren können. Denn in deiner Ausbildung geht es ja gerade darum, deine Kenntnisse in der Yogalehre zu vertiefen und dich selbst weiterzuentwickeln. Und selbst nach deiner Ausbildung ist es nicht notwendig, dass du selber alle Asanas perfekt ausüben kannst. Während deiner Ausbildung wirst du dich in vielerlei Hinsicht weiterentwickeln, aber die eine oder andere Pose mag einfach (noch) nicht klappen – und das ist überhaupt nicht schlimm. Natürlich ist es hilfreich, wenn du deinen Schülern ein bestimmtes Asana demonstrieren kannst, aber als Yogalehrer/in ist es viel wichtiger, dass du deine Schüler korrekt und sicher anleiten kannst. Allerdings macht eine Yoga-Ausbildung auch noch keinen Sinn, wenn du absoluter Yoga-Neuling bist. Daher solltest du bereits einige Monate regelmäßige Erfahrung mitbringen. Bei vielen Yoga-Grundausbildungen wird eine Yoga-Erfahrung von 6 bis 12 Monaten vorausgesetzt. Für fortgeschrittenere Ausbildungen benötigst du entsprechend auch eine umfangreichere Yoga-Erfahrung.

Du möchtest dich auf dein persönliches Yoga-Abenteuer einlassen

Während deiner Yoga-Ausbildung wirst du dich nicht nur inhaltlich und körperlich weiterentwickeln. Es wird sich noch einiges mehr in deinem Leben verändern und dies kann in der Tat ein Abenteuer sein. Ein Yoga Teacher Training ist auch emotional sehr bewegend, da man sich viel mit der Beziehung zu sich selbst und den Menschen in seinem Umfeld beschäftigt. Du wirst in vielerlei Hinsicht über dich hinauswachsen und das ein oder andere Mal deine Komfortzone verlassen müssen. Vielleicht integrierst du nach deiner Ausbildung auch neue Rituale in deinen Alltag und änderst ein paar Gewohnheiten. Vermutlich lernst du außerdem viele neue tolle Menschen kennen, die dich von nun an auf deinem Yogaweg begleiten. Und vielleicht bist du danach sogar als Yogalehrer/in tätig und durchlebst somit auch eine Veränderung in deinem Berufsleben. Auf eine Yoga-Ausbildung solltest du dich also nur dann einlassen, wenn du bereit bist, dich auf dein persönliches Yoga-Abenteuer zu begeben.

Du bist gesund und fit

Wie bereits erwähnt musst du bei weitem kein Yoga-Profi sein, um dich als Yogalehrer/in ausbilden zu lassen. Wichtig ist allerdings, dass du körperlich gesund bist und eine gewisse Grundfitness mitbringst. Denn deine Yoga-Ausbildung wird ganz schön anstrengend werden: In einer Intensivausbildung beginnt der Tag häufig bereits um 6 Uhr morgens mit einer zweistündigen Asana-Praxis vor dem Frühstück. Und auch im Laufe des Tages wirst du weitere Zeit auf der Matte verbringen – und das fast täglich über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Daher solltest du in einer allgemein guten körperlichen Verfassung sein. Vermutlich erfüllst du diese Voraussetzung bereits, wenn du seit einiger Zeit Yoga praktizierst und über eine Ausbildung nachdenkst. Neben der körperlichen Belastung ist eine Yoga-Ausbildung auch mental sehr anstrengend. In kurzer Zeit wirst du viel Neues lernen und verarbeiten, was sehr herausfordernd sein kann. Außerdem setzt man sich in seiner Ausbildung sehr viel mit dem eigenen Selbst auseinander, was zusätzlich emotional aufwühlend sein kann. Daher solltest du dich sowohl körperlich als auch mental gesund fühlen, bevor du eine Yoga-Ausbildung angehst.

Du möchtest Zeit und Geld in deine Yoga-Ausbildung investieren

Um Yogalehrer/in zu werden, musst du einiges an Zeit investieren. Eine Yoga-Grundausbildung umfasst in der Regel 200 Unterrichtsstunden. Diese können sich in einem Intensivkurs über einen Zeitraum von einem knappen Monat oder in einem Wochenendkurs über einige Monate erstrecken. Das bedeutet, dass du entweder einen Großteil deines Jahresurlaubs oder viele Wochenenden für deine Yoga-Ausbildung opfern musst.
Hinzu kommt, dass eine Yoga-Ausbildung keine kostengünstige Angelegenheit ist. Für eine Ausbildung in Deutschland musst du mit ca. 3.500€ rechnen, während sie im Ausland, zum Beispiel in Indien, deutlich günstiger sein kann. Zusätzlich benötigst du gegebenfalls noch Kursmaterialien für den Unterricht, wie Bücher, eine Yogamatte, Blöcke oder Gurte. Findet deine Ausbildung im Ausland statt, solltest du auch die Reisekosten für den Flug einkalkulieren.

Fazit

Letztendlich kannst nur du selbst für dich entscheiden, ob du dich für eine Yoga-Ausbildung bereit fühlst. Auch kannst nur du evaluieren, ob du die zeitliche und finanzielle Verpflichtung eingehen kannst und möchtest. Wichtig bei deinen Überlegungen ist, dass du dich nicht mit anderen Yogis vergleichst. Deine Mattennachbarin im Yogastudio ist viel gelenkiger und erfahrener als du? Vielleicht praktiziert sie schon seit 10 Jahren regelmäßig Yoga, weshalb es nur natürlich ist, dass sie neue Asanas schneller beherrscht. Dies bedeutet aber nicht, dass du selbst nicht genauso geeignet für deine Yoga-Ausbildung bist. Denn deine Ausbildung ist ja genau dazu da, dich selbst weiterzuentwickeln. Auch ist es nicht notwendig, dass du danach als Yogalehrer/in tätig sein möchtest, um eine Yoga-Ausbildung zu beginnen. Es gibt sogar sehr viele Yogis, die eine Ausbildung lediglich für die eigene Weiterentwicklung nutzen. Vielleicht findest du Gefallen am Unterrichten und bist nach der Ausbildung doch als Yogalehrer/in tätig, vielleicht auch nicht – und beides ist vollkommen in Ordnung. Abschließend solltest du auf dein Herz hören. Wenn du schon länger über eine Ausbildung nachdenkst, wird es einen Grund dafür geben. Vielleicht ist ein solches Yoga-Abenteuer genau das Richtige für dich?


Frauke-Portrait

FRAUKE

Frauke hat im April 2019 ihre Ausbildung in Hatha & Vinyasa Yoga auf Bali absolviert. Yoga ist für sie der perfekte Ausgleich zu ihrem fordernden Berufsalltag und viel mehr als nur körperliche Betätigung. Darum möchte sie andere Yoga-Begeisterte auf dem Weg zur Yoga-Ausbildung unterstützen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Erfahrungen weiterzugeben.

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