Mysore Yoga - Die traditionelle Lehrmethode im Ashtanga Yoga

Mysore Yoga:

Eine Ashtanga-Variante

Hinter dem Begriff Mysore Yoga verbirgt sich kein eigener Yogastil, sondern eine bestimmte Methodik, die sich an traditionelle Unterrichtspraktiken im Yoga anlehnt und nach der Übungen aus dem klassischen Ashtanga Yoga gelehrt und gelernt werden. Die Bezeichnung Mysore bezieht sich auf den Ort, an dem diese Methode entwickelt wurde, die gleichnamige Stadt in Indien. Ausgesprochen wird der Name übrigens wie das englische My sore, was zu deutsch soviel wie Meine Schmerzen bedeutet; ein kleines Wortspiel, das durchaus als Hinweis verstanden werden kann auf das, was dich in einer Mysore Yoga-Stunde erwartet.

Mysore versus Ashtanga

Beim Ashtanga Yoga stehen kraftvolle, dynamische Bewegungsabfolgen im Mittelpunkt, die in Sequenzen nach festen Vorgaben durchgeführt werden – und zwar so, wie man es gewöhnlich aus der Yogastunde kennt: Der Yogalehrer gibt die Übungen vor, und alle Teilnehmer üben synchron. Im Unterschied dazu bewegt man sich beim Mysore Yoga nicht im Kollektiv; hier übt jeder Yogaschüler seine eigenen Bewegungsabfolgen ganz für sich und unabhängig von den anderen, ohne Vorgaben durch den Lehrer. So kann man in seinem eigenen Tempo bleiben und die Übungen den eigenen Anforderungen entsprechend individuell anpassen. Der Lehrer steht nicht vorn, sondern geht durch die Reihen und prüft, wo er helfen kann. 

Dein Start

Damit das selbstständige Üben funktioniert, gibt der Mysore-Yogalehrer dir bei Bedarf zunächst erste, auf dich abgestimmte Bewegungsabfolgen vor, die du so lange wiederholst, bis du sie vollkommen beherrschst. Er gibt auch Hilfestellung und korrigiert, wenn nötig; und wenn er sieht, dass ein Schüler bereit dafür ist, unterstützt er ihn beim Erweitern der Sequenzen. Die Dauer deiner Übungsserien bestimmst du von Anfang an selbst. Je besser du die Abfolgen beherrschst und je mehr Übungen dazu kommen, umso länger können deine Sequenzen dauern. Die Selbstbestimmung im Mysore geht so weit, dass für eine Yogastunde unter Umständen von deinem Lehrer kein fester Zeitpunkt, sondern nur ein Zeitfenster vorgegebenen wird, innerhalb dessen du kommen und gehen kannst; denn du bestimmst auch selbst, wann du beginnst und wann du fertig bist.

Dein Trainingszeitplan

Traditionell sollte der Mysore-Schüler seine Sequenzen täglich üben, bestenfalls zu bestimmten Zeiten und in Abstimmung mit den Mondphasen; es hängt aber natürlich ganz von dir und deiner Yogaschule ab, inwieweit du diese traditionellen Vorgaben befolgen möchtest oder dazu aufgefordert wirst. Um weder geistig noch körperlich den Anschluss zu verlieren, ist ein regelmäßiges Training natürlich in jedem Fall ratsam.

Vor- und Nachteile

Der Vorteil des Mysore-Yogas liegt in der großen Individualität und der Eigenverantwortung des Schülers. Das selbstständige Üben erfordert Konzentration und Disziplin, durch die man die Übungen besonders präzise auszuführen lernt; mehr, als es vielleicht in einer regulären Yogastunde mit vorgegebenem Tempo möglich wäre. Besonders Ashtanga-interessierte Anfänger sind hier sehr gut aufgehoben, da sie mit genug Zeit in ihre Übungen hineinwachsen können. 

Zuviel Selbstständigkeit kann wiederum auch nachteilig sein, wenn sie möglicherweise dazu führt, dass man sich überschätzt und dadurch Verletzungen davonträgt. Darum gilt auch im Mysore, immer achtsam zu sein, auf seinen Körper zu hören und bei Unsicherheiten den Yogalehrer zu Rate ziehen.

© SeventyFour / shutterstock


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