Eine Frage des Mindsets: Achtsam durch den Mama-Alltag

Eine Frage des Mindsets: Achtsam durch den Mama-Alltag

Ein Interview mit Rosa von Happy Vegan Mom

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Rosa Mossiah

Online-Business Mentorin für Mamas

Mama zu sein ist einerseits die schönste Erfüllung überhaupt – andererseits kann es gelegentlich auch so stressig sein, dass die ein oder andere Mama über ihre „Mutterpflichten“ vielleicht vergisst, auch den eigenen Bedürfnissen Raum zu geben. Ernährungsberaterin und Coach Rosa Mossiah hat nicht nur einen Weg für sich selbst gefunden, als Mama von (bald) vier Kindern ihr eigenes Herzensprojekt zu verwirklichen; sie hilft auch anderen Frauen und Mamas dabei, an ihren Mindsets zu arbeiten, ihre Bedürfnisse zu entdecken und ihre Bestimmungen zu finden. Achtsamkeit, Yoga und Meditation spielen dabei eine große Rolle.

Zuerst einmal – herzlichen Glückwunsch zum (bald) vierten Kind! Schon mit drei Kindern stellen wir es uns nicht so einfach vor, ein Online-Business zu betreiben und zu pflegen. Du hast das geschafft – wie ist dir das gelungen?

Rosa: Vielen Dank! Ja, es ist alles eine Frage des Willens, der eigenen Prioritäten und natürlich auch des Timings und der Organisation. Im ersten Jahr habe ich noch allein und in den Abendstunden, wenn die Kinder schliefen, mühsam an meinem Online Business und meiner Sichtbarkeit (damals noch als vegane Ernährungsberaterin) gearbeitet. Ich bin dann auch an einen Punkt der Überforderung gekommen, wenn ich nach einem 12-Stunden-Tag mit drei Kleinkindern nochmal vier Stunden bis Mitternacht am Laptop saß. Seitdem habe ich einen Halbtags-Babysitter, verbringe die Vormittage mit den Kids zuhause und widme mich am Nachmittag entspannt im Home Office dem Business. Das fühlt sich für alle Beteiligten sehr stimmig an und macht richtig Spaß! Und ja: es gab auch bei mir den Punkt, an dem ich alleine nicht mehr weitergekommen bin und an dem ich mich sehr einsam und verzweifelt gefühlt habe, nicht zuletzt auch mit der finanziellen Verantwortung für meine Familie. Ich habe mir damals einen Coach an die Seite geholt, so wie es Sportler ganz selbstverständlich tun, um ihre Ziele zu erreichen. Seitdem habe ich mich stetig weiterentwickelt und fortgebildet und bin mittlerweile sehr dankbar für mein Business und die Möglichkeit, mit meiner Arbeit auch anderen Mamas diesen Weg in ein Leben in Freiheit mit dem eigenen Herzensbusiness aufzuzeigen und sie ganzheitlich dorthin zu begleiten.

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Du bist nicht nur mit deinem eigenen Online-Business als Ernährungscoach durchgestartet, sondern berätst andere Frauen, wie sich Mamasein und Selbstständigkeit miteinander vereinbaren lassen. In aller Kürze – gibt es eine Art Geheimtipp, auf den sich das herunterbrechen lässt?

Rosa: Ich arbeite in meinem Mentoring sehr ganzheitlich und hole die Mütter individuell dort ab, wo sie stehen. Denn als Mama hat man eben doch besondere Voraussetzungen und eine andere Startposition als andere, denn wir sind nicht „nur“ Mamas oder Selbstständige, sondern CEO im Unternehmen Familie sowie Schöpferinnen unserer eigenen Marke und unseres Soul Business‘. Das ist ein besonderer Jonglage-Akt, wo wir allein mit Strategien nicht immer weiterkommen, sondern wo es auch um ganz viel Energiearbeit, Mindsetarbeit und letztendlich um Achtsamkeit gegenüber uns selbst, unseren Bedürfnissen, Ressourcen und unserem Umfeld geht. All das verbinde ich in meinem ganzheitlichen Online Business Mentoring – für ganzheitliches Wachstum auf allen Ebenen.

Ist es dir schon bei der ersten Schwangerschaft gelungen, Achtsamkeitsrituale in diese besondere Zeit zu integrieren? Wie unterschiedlich achtsam bist du deine vier Schwangerschaften angegangen?

Rosa: Ich denke schon, dass ich bereits mit meiner ersten Schwangerschaft in gewisser Hinsicht achtsam umgegangen bin. Aber weniger durch praktische Rituale für meinen Körper als über bewusste Wahrnehmung und Beobachtung. Achtsamkeit heißt für mich im Rahmen einer Schwangerschaft viel mehr als regelmäßiges Yoga oder Meditation (obwohl das natürlich auch ein zentraler Teil der Geburtsvorbereitung und der Entspannung im Mama-Alltag ist). Vielmehr bedeutet es für mich auch, das Vertrauen in den eigenen Körper zu vertiefen und ein feines Gespür für die inneren Vorgänge und die eigene Wahrheit zu entwickeln. Entsprechend selbstbestimmt gehe ich auch durch die gesamte Schwangerschaft und Geburt.
Mir ist es ein Anliegen, das Vertrauen in den eigenen Körper und die Achtsamkeit der Frauen gegenüber ihren inneren Bedürfnissen zu stärken und sich unabhängiger von äußeren Vorgaben zu machen. Die Verantwortung für uns und unsere Kinder tragen wir immer selbst. Um diese Zeit und innere Ruhe gerade mit mehreren Kindern im Alltag zu finden, sich bewusst mit der eigenen Schwangerschaft zu beschäftigen, dafür sind Yoga und Meditation tolle Tools.

Nenn uns deine drei liebsten Achtsamkeitsrituale während der Schwangerschaft.

Rosa: 1. Ich liebe geführte Meditationen zur inneren Entspannung. 2. Ich gehe viel mit den Kids am Meer spazieren und schaukele am liebsten entspannt in der Hängematte am Strand. Das ist auch mit dem großen Bauch die ideale Position für die Entlastung der Wirbelsäule und der Atemwege. 3. Ich gehe regelmäßig jeden Tag mehrmals mit meinen Händen in den bewussten Kontakt mit dem ungeborenen Kind und spreche mit ihm. Manchmal laut, manchmal nur in Gedanken – und schicke über meine Hände Licht und Liebe. 4. Ich entspanne mich tatsächlich hervorragend bei Schwangerschaftsyoga und sanften Beckenbodenübungen. Dabei übt frau auch ganz toll ihre Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper und der Dehnbarkeit in Vorbereitung auf die anstehende Geburt. – Okay, das waren jetzt 4.

Während der Schwangerschaft Achtsamkeitsritualen zu folgen ist eine Sache – aber wie kann man Achtsamkeit weiterhin in sein Leben integrieren, wenn der kleine Wirbelwind erst einmal da ist und ständige Aufmerksamkeit fordert?

Rosa: Die Herausforderung war für mich persönlich ganz ehrlich nie das Baby – je kleiner, desto ruhiger und unkomplizierter ist da meine Erfahrung –, sondern die größeren Geschwister und alle zusammen unter einen Hut zu bringen. Außerdem ist es weniger die mangelnde Zeit als eher die überbordende Müdigkeit – so war es zumindest immer bei mir. Letztendlich muss jede Frau und Mutter ihren eigenen Weg finden. Es gibt ja auch nicht „den perfekten Zeitpunkt“ oder „die eine Achtsamkeitsübung“, die alle Mamas zum inneren Buddha werden lässt. Aber Routinen und feste Zeitpunkte helfen bestimmt. Für mich ist es zum Beispiel das abendliche Yoga, nachdem die Kids im Bett sind. Jeden Abend plane ich dafür feste 15 Minuten ein – das klingt wenig, summiert sich aber. Und wenn ich dann doch mal eine ganze Stunde oder eine längere Einheit mache, umso besser.

Als selbstständige Mama kannst du dir deine Zeit zumindest einigermaßen flexibel einteilen. Wie ist das mit Mamas, die nebenbei noch in einer Anstellung arbeiten – welche Tipps würdest du diesen Mamas geben, wie sie am einfachsten Job und Mamasein vereinbaren, dabei gelassen bleiben können und ihre eigenen Bedürfnisse nicht vergessen?

Rosa: Letztendlich hat der Tag für uns alle nur 24 Stunden. Klar habe ich den Vorteil, als selbstständige Mama frei über meine Zeiteinteilung entscheiden zu können und nur dann zu arbeiten, wenn ich will und wenn die Kids bzw. die familiäre Situation es zulassen. Das ist eine Freiheit, die ich auch nie mehr missen möchte. Gleichzeitig geht das bei weitem nicht allen selbstständigen Mamas so. Viele zerreißen sich in endloser Arbeit ohne geregelten Babysitter und mit viel mehr (finanziellem) Druck als vielleicht eine angestellte Frau, die von einem geregelten Arbeitsalltag und fester Kinderbetreuung profitiert. Es ist also immer das, was du daraus machst, und ich denke, jede von uns muss einfach auf sich acht geben und schauen, wo ihre individuellen Belastungsgrenzen und Bedürfnisse liegen. Das größte Problem sehe ich häufig darin, es sich zu erlauben, sich selbst zur Prio zu machen! Dabei ist es doch so: Nur eine glückliche, ausgeglichene Mama kann auch voll und ganz für ihre Kinder und ihre Familie da sein. Davon profitieren letztendlich alle!

Moderne, berufstätige Mamas befinden sich oft in einer Gewissenszwickmühle: Jede*r um sie herum weiß oft besser, warum sie – oder warum sie besser doch nicht – arbeiten sollten und was das Beste für ihre Kinder ist. Was ist deiner Meinung nach der beste Weg, damit umzugehen? Kann Achtsamkeit dabei helfen, in solchen Situationen gelassen zu bleiben, den Worten anderer keine Bedeutung mehr beizumessen und den für sich selbst besten Weg zu finden?

Rosa: Der für mich beste Weg, mit solchen ungewollten Ratschlägen von außen umzugehen, ist Abstand. Aber wir wohnen ja auch am anderen Ende der Welt, da lässt es sich zumindest von meiner familiären Seite her relativ schlecht reinreden. Meine Erfahrung ist ganz eindeutig: Je klarer ich für mich selbst und meine Familie bin in dem, was ich will, desto klarer wird das auch akzeptiert bzw. desto weniger Gegenwind bekomme ich. Wenn ich selbst Unsicherheit und Zweifel ausstrahle, wird mir das oft in Form von ungewollten Kommentaren oder ungefragten Meinungen gespiegelt. Im Zweifelsfall schalte ich dann einfach auf Durchzug oder höre mir die Meinung an, ohne inhaltlich darauf einzugehen. Auf eine Formel gebracht würde ich wahrscheinlich sagen: Je größer der Sturm im Außen, desto mehr suche die Ruhe im Innen. Also ganz klar: Fokus auf mich selbst, meine innere Wahrheit und die tiefe Verbundenheit mit meiner inneren Heimat in mir selbst stärken. Das gibt enorm viel Sicherheit und Frieden.


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ROSA

Rosa ist holistic business Coach und Online Business Mentorin, ganzheitlicher Mamacoach und vegane Ernährungsberaterin mit dem Schwerpunkt vegane Kinder. Sie ist selbst Mama von bald vier Kindern und lebt mit ihrer Familie in der Karibik. Seit 2009 praktiziert Rosa regelmäßig Yoga und Meditation und nutzt beides ganz gezielt für mehr Achtsamkeit im Alltag und eine ganzheitliche Geburtsvorbereitung.

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