Erfahrungsbericht Online-Yoga in der Corona-Krise – das bringt es meinem Geschäftsmodell heute

Erfahrungsbericht Online-Yoga in der Corona-Krise – das bringt es meinem Geschäftsmodell heute

Ein Gastbeitrag von Botschafterin Laura

Online-Yoga war für mich eine Herausforderung – aber auch eine gute Gelegenheit. Ich konnte mein Geschäftsmodell erweitern und werde, da bin ich mir mittlerweile sicher, auch nach der Krise davon profitieren.

Der erste Schritt war ein Kraftakt

Das Studio über Nacht auf Online-Yogastunden umzustellen war kein Kinderspiel. Alle Studiobesitzer und selbstständigen Lehrer werden mir da zustimmen. Ich musste alle Yogastunden in den Buchungsplattformen kompliziert umprogrammieren und die Stundenpläne anpassen. Geplante Veranstaltungen und Workshops musste ich absagen oder verschieben. Allein das war schon ein Kraftakt! Es bedeutete auch Unsicherheit: Werden meine Schüler das mitmachen? Online-Yogastunden anstelle eines umarmenden Miteinanders? Kann das über längere Zeit funktionieren? Ich hatte große Zweifel, aber ging mit dem digitalen Flow. Die Alternative? Das Studio dicht machen, die Krise abwarten, auf alle Einnahmen verzichten und die laufenden Kosten zahlen. Augen zu und durch, dachte ich mir. Dann hieß es nur noch: Bildschirm-Yoga! Aber noch einmal von vorne…

Das Studio muss schließen – und ich auf die Krise reagieren

Den Stundenplan lasse ich zunächst unverändert: 21 Kurse pro Woche. Aber wir haben jetzt Online-Preise. Neun von zwölf Lehrern ziehen bei der Umstellung mit. Für mich als Studioleiterin bleibt vorerst alles wie gehabt: Ich fahre jeden Tag ins Studio. Dort die Menschenleere. Ich öffne den Laptop und lasse mich überraschen, wer sich eingebucht hat. Denn:

Mit der Digitalisierung wächst eindeutig auch die Reichweite.

Neben den Studio-Treuen gibt es plötzlich auch viele unbekannte Namen, zu denen es keine Gesichter gibt. Denn wer nicht möchte, muss sich in dem kleinen Bildschirmfenster auch nicht zeigen. Und das nutzen die meisten. Besonders in den Morgenstunden, wenn man von Zuhause aus bequem mit einem Flow in den Tag starten kann und nicht erst über die Anfahrt zum Studio in den Genuss einer Yogastunde kommt.

Yoga am Morgen läuft jetzt besser als vor der Krise

Und das ist auch eine der ersten Chancen, mein eigenes Business nach der Studioschließung zu erweitern. Denn Yoga am Morgen läuft tatsächlich besser als vorher, von Woche zu Woche werden es mehr Teilnehmer. Die Schüler kommen jetzt auch aus anderen Regionen Deutschlands. Wahrscheinlich liegt es am Home Office, in das viele versetzt wurden. Da ist es noch bequemer, ein Stündchen Yoga zu Hause zu machen, wenn man sich danach nicht auf den Weg zur Arbeit machen muss. Online-Yoga ist für viele meiner Schüler ein entspannter Start in den Tag mit eindeutig weniger Zeitdruck. Das ist zumindest das Feedback meiner Schüler: „Bitte lasst die Online-Yogakurse am Morgen bestehen. Von Zuhause aus ist es stressfreier, daran teilzunehmen.“ Diesem Wunsch werde ich folgen, zumindest, was die Klassen am Morgen angeht. Denn ich glaube, dass die Arbeitswelt sich durch Corona für immer verändert hat und Home Office auch zukünftig noch ein Thema sein wird.

Online- und Offline-Yogakurse finden in Zukunft parallel statt

Wie kann Online-Yoga mein Business nachhaltig erweitern? Die Räumlichkeiten meines Studios bieten mir die Möglichkeit, die Morgen- und Abendstunden parallel online und vor Ort stattfinden zu lassen. Ich weiß, das ist ein Luxus, den nicht jeder hat. In unserem kleinen Raum werde ich Online-Yoga unterrichten, während im großen Raum die Yogastunde von einem meiner Lehrer übernommen wird. So muss ich den Vorteil einer wachsenden Online-Reichweite nicht aufgeben. Denn besonders die Reichweite über mein Studio hinaus kommt mir bei der Auslastung von Retreats zugute. Je mehr Menschen mich und mein Studio kennen, desto größer ist die Chance, dass meine Veranstaltungen auch von Teilnehmern gebucht werden, die nicht vor Ort leben und mein Studio vielleicht noch nie besucht haben.

Ich möchte meine Offline-Klassen nicht streamen

Ich möchte meinen Schülern die volle Aufmerksamkeit schenken. Aus meiner Erfahrung weiß ich jetzt, dass der Online-Yogaunterricht eine andere Qualität hat. Ich mache mehr mit, es läuft keine Musik, ich bin viel mit dem Bildschirm und der Technik beschäftigt – ich unterrichte einfach anders. Ich möchte aber für meine Schüler da sein – egal ob offline oder online. Meine Klassen zu streamen kommt für mich deswegen erstmal nicht in Frage, denn ich kann meinen Schülern vor Ort nicht gerecht werden, den Raum nicht halten, wenn ich auch noch mit dem Bildschirm beschäftigt bin. Genau deswegen denke ich, dass sich das Modell, die Klassen zu streamen, langfristig nicht halten kann - besonders wenn die Klassen wieder voller werden. Natürlich ist es für viele die einzige Möglichkeit, den Verlust durch die limitierten Klassen auszugleichen. Doch ich versuche durchzuhalten, nachhaltig zu denken, so dass Online-Yoga mein Geschäftsmodell langfristig erweitert.

Eine Möglichkeit, sich noch mehr abzuheben

Ich bin mir sicher, dass jedes Studio an seinen Aufgaben gewachsen ist. Eine Krise ist der Moment, um neue Ideen mit in die Zukunft zu tragen und das eigene Geschäftsmodell zu erweitern. Ich werde versuchen, meine Positionierung zu schärfen und meinen Kursplan dementsprechend anzupassen. Durch Kooperationen mit anderen Studios kann ich mich abheben: Online-Vorträge oder Workshops zu den Themen, für die mein Studio steht. Mit renommierten Lehrern, die aus einer anderen Stadt oder sogar einem anderen Land kommen. So kann ich mein Studio individueller präsentieren.

Zusammenhalt spüren und vom Wandel profitieren

Auch wenn der Yogaunterricht vor Ort mit all seinen Vorzügen wieder möglich ist, wird die stärkere Verbundenheit zu deinen Teilnehmern, die mit dir gemeinsam durch die Krise gegangen sind, bleiben – ebenso wie die kleinen, feinen Veränderungen, die dein Studio zu dem machen, was es ist.


Botschafterin_Laura

greenyogashop-Botschafterin

LAURA

Laura ist Yogalehrerin und Inhaberin des Münchner Yogastudios OM und Company. Mit ihrem Yogaunterricht möchte sie einen Ort schaffen, an dem das bewusste Wahrnehmen des Körpers, der Gedanken und der Seele einen Raum bekommen. Lauras Yogastunden sind kraftvoll und fließend in Verbindung mit weicher und bewusster Atmung; auch Chakren-Arbeit und Entspannung sind Schwerpunkte ihrer Klassen. Ihre Erfahrungen nicht nur als Yogalehrerin, sondern auch als Fitness- und Personal-Coach möchte sie gerne weitergeben, um Menschen auf ihrer Reise mit Körper, Geist und Seele mitzunehmen.

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